Als der Kapitän eine Schreibübung war

Ich bin Geschichtenerzählerin seit ich denken kann.

Mal geschieht es in Bildern, mal in Worten. Es begann mit erfundenen Geschichten für die Kindergärtnerin. Dann flossen die Geschichten in Notizbücher, in denen ich in  Grundschul-Schreibschrift von Einhörnern und Hofkatzen erzählte, selbstverständlich inklusive Illustrationen.

Später lag das kreative Erzählen lange brach, guckte nur mal kurz an meinem beruflichen Weg aus der Hecke. Mein Weg als Journalistin bestand aus Geschichten, selten aber aus reinem kreativen Schreiben.

Dabei ist es wie Atmen für mich. Ja, da waren diese Momente, in denen es mal wieder passieren durfte – Atem holen in der spielerischen Wortwelt. Wie damals, als der Kapitän eine Schreibübung war.

Dieser Uni-Kurs, in dem ein späterer Zeitungskollege bei der taz uns nicht nur Reportagen schreiben lehrte (für meine ließ mich der Döntjes erzählenden Kapitän der Etta von Dangast kurz in sein Leben gucken). Nein, der Kollege warf uns auch in Schreibübungen:

Worte aus dem Kopf kullern lassen und sie zu Geschichten aneinander Reihen. Genussvoll mit der Sprache spielen. Ganz eintauchen in das kleine Guckloch aus Phantasie, das sich jedem der schreibt öffnet, und sei der Text noch so kurz. Ich fand das großartig.

Deshalb dachte ich auch daran zurück, als ich vor einiger Zeit begann, mich wieder nach kreativem Schreiben zu sehnen, nach meinem Guckloch aus Phantasie. Nur fielen mir die Übungen, diese kleinen Spielereien, nicht mehr ein.

Umso mehr habe ich mich dann gefreut, als Marion vom Findesatz-Blog von ihrer Wortgeschenk-Übung berichtete: 3 beliebige Worte, eingebaut in einen Text aus 300 Wörtern.

Sofort fische ich zufällig 3 Worte aus dem Buch, das ich gerade lese: sicher, Handlung, schmunzelte. Und das ist das Ergebnis:


Ich zeige es euch so organisch, wie es heraus kam, nämlich unperfekt und handgeschrieben.

Und keine Garantie für die 300 Wörter! Das Zählen hat mich irgendwann fuddelig gemacht 😉

Ein kleines Glück aus Buchstaben.