Auf den Kopf gestellt

Manchmal habe ich etwas vor mir und weiß nicht weiter. Da sind Farben und Verläufe, die mir nichts sagen. Keine Resonanz.

Manchmal hilft abwarten. Manchmal aber nur das Machen. Dabei das totale Loslassen von Sinn und Richtung. Dann zeichne ich einfach Linien, auch wenn sie bis zum Schluss keinen Sinn ergeben, nicht zu einem Bild werden. Das ist anstrengend, weil die meisten Zufallsprodukt normalerweise gleich mehrere Gesichter zeigen, bis sie fertig sind – in meinen Augen fertig 😉

 

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Kreativer Prozess. Foto: Manuela Sies

Bei den ‚Unentschiedenen‘ lasse ich alle Zweifel, alle Ungeduld, aber auch die Ruhe nach dem Sturm durchlaufen. Noch mehr als sonst. Der Verstand will etwas Greifbares. Für mich ist das nicht nur eine weitere Übung im Loslassen. Es ist auch eine in Urvertrauen. Darin, dass es schon werden wird.

Und es ist eine Übung in Mut. Den Mut, den es braucht, auch mal eine neue Perspektive einzunehmen. Alles auf den Kopf zu stellen – trotz allen Nicht-Wissens und aller Unsicherheit, was herauskommt – oder auch nicht.

Denn manchmal ergibt sich dann ein völlig neues Bild, das sich bisher versteckt hat – einfach, weil ich erst aus einer anderen Richtung drauf schauen musste.

So war es beim Zufallsprodukt ‚Gefallene Krieger‘. Im Werden zeigte er sich nicht. Dafür musste ich ihn erst auf den Kopf stellen. Und dann war er da.

Zufallsprodukt 'Gefallener Krieger'. ©Manuela Sies
Zufallsprodukt ‚Gefallener Krieger‘. ©Manuela Sies

2 Kommentare zu „Auf den Kopf gestellt

  1. Dazu fällt mir das Zitat von Picasso ein: „Ich beginne mit einer Idee und dann wird daraus etwas Anderes.“ 🙂 Und das Tolle beim Intuitiven Malen: Es ist eine Begegnung mit sich selbst. Liebe Grüße!

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