Glückstück #4: Der Schnee und das Kind

Mein Glückstück waren eigentlich GlückstückE. Sie entstanden heute (und auch schon gestern), als Schnee und ein Kind sich trafen.

Als morgens alles weiß war, unerwartet über Nacht zugedeckt, freute es sich. Als neue Flocken kamen – mal pünktchenklein, mal federgroß – schaute es in den Himmel und ließ sie auf sich zu rieseln. Als der Schnee am nächsten Tag immer noch lag, freute es sich über seine blendend weiße Helligkeit und das Knirschen, das er unter den Füßen macht.

Diese Kind wohnt in mir. Und wenn der Schnee kommt, lasse ich es sich darüber freuen. Bewusst. Ich rieche ihn in der Luft. Ich freue mich über die Kälte. Über sein Glitzern. Darüber, das er die Welt dämpft. Es ist eine stille, leichte Freude.Eine, die manchmal auch kleine Herausforderungen birgt. schilf

Zum Einen muss ich sie zulassen. Gefühlt gegen jede (erwachsene) Vernunft. Denn Schnee bringt unseren Alltag ziemlich durcheinander. Auf seine natürliche, leichte, leise Weise zwingt er uns raus aus dem Trott. Er bremst uns, macht Dinge umständlicher, die sonst schnell gehen. Wir müssen zum Beispiel mehr Zeit für unsere Wege einplanen und sie auch noch – Achtung, Rutschgefahr – achtsamer zurücklegen.

Blicke ich allein darauf, bin ich schnell genervt bis gestresst. Es gilt dann, auch die andere Seite zu sehen. Auch wenn man sich zwischen all den Anderen, die das (bewusst oder unbewusst) nicht tun, oft kindlich-unbedarft fühlt.

Denn – und das ist die zweite Herausforderung – darum geht es: Diese kindliche Seite in dir zuzulassen. Das Kind, das in mir wohnt, berühren zu lassen. Egal, wie es auf andere wirkt, ob ich mich dabei unbedarft, verletzlich, überschwänglich fühle – oder traurig, weil vielleicht Erinnerungen hochkommen.

Im Moment sein. Schauen. Fühlen. Genießen.

Spielerisch. Aus dem Bauch heraus und aus vollem Herzen.

Glückstück eben.